"Untamed" von Glennon Doyle



Worum geht’s?

In Untamed erzählt Glennon Doyle von ihrem eigenen Leben, ihren Hürden und Ängsten, ihrem Glauben, ihren Errungenschaften und Erkenntnissen. Sie erzählt, was es bedeutet, eine Frau* in unserer Gesellschaft zu sein. Sie lässt die Lesenden daran teilhaben, was mit ihr und ihrem Leben passiert ist, als sie erkannt hat, dass sie nur auf sich selbst hören muss, wenn es darum geht zu entscheiden, welches Leben sie führen möchte, was für eine Mutter, Ehefrau und – vor allem – was für ein Mensch sie für sich und nicht nur für andere sein will. Doyle führt einen mit anschaulichen und teilweise brutal ehrlichen Geschichten aus ihrem Leben durch ihre Suchterkrankungen, ihre Trennung, den Beginn einer neuen Liebe zu einer Frau* und durch ihr Berufs- und Familienleben. Untamed handelt auch davon, wie man gesellschaftliche Konventionen erkennt, hinterfragt und ablegt. Es macht deutlich, dass es nicht darum geht „gut“ zu sein, sondern frei, selbstbestimmt und glücklich.

So I finally unlocked and unleashed her. I set free my beautiful, rowdy, true wild self. I was right about her power. It was too big for the life I was living, so I systematically dismantled every piece of it. Then I built a life of my own.” ('Untamed' - Glennon Doyle) Übersetzung: "Und so habe ich sie endlich herausgelöst und entfesselt. Ich habe mich befreit - mein wunderschönes, chaotisches, wahres, wildes Ich. Ich hatte Recht behalten: Ihre Kraft war zu groß für das Leben, das ich lebte. Und so habe ich systematisch dieses Leben in seine Einzelteile zerlegt. Und dann mein eigenes Leben gebaut." ('Untamed' - Glennon Doyle)

Gelesen auf: Englisch

Nase zwischen den Seiten: etwa 6 Stunden

Seitenanzahl: 332

Preis: ca. 15,00€ (engl. Ausgabe)

Erschienen im März 2020 bei Random House LCC US

ISBN: 978-1785043352

Tipps & Tits

Legt euch einen Textmarker oder Post-Its bereit und scheut euch nicht, das eine oder andere Eselsohr in die Seiten zu falten. Es gibt wirklich jede Menge interessante Gedanken und Passagen, die man sich für später merken möchte oder die man jemandem vorlesen will.

Boobscore: 5 von 5 Boobs ( • ) ( • ) ( • ) ( • ) ( • )

Mir hat Untamed wahnsinnig gut gefallen. Doyle hat ein empowerndes Buch geschrieben, welches mich sehr berührt hat. Ihre Art zu schreiben hat mich abgeholt, bewegt und zum Nachdenken gebracht. Doyle stellt nicht nur die grundsätzliche Rolle der Frau* in der heutigen Gesellschaft dar, sondern erzählt auch von der neu entfachte Liebe zu einer Frau*, nachdem sie viele Jahre mit einem Mann verheiratet war. Doyle ermuntert auch, aus Weltschmerz heraus aktivistisch tätig zu sein, um auch andere Menschen zu empowern und zu unterstützen. Große Empfehlung!

Literarisches Feuerwerk?

Für mich das literarische Highlight meines Lese-Jahres! Glennon Doyle beschreibt in Anekdoten – welche teilweise ohne chronologischen oder inhaltlichen Zusammenhang aufeinander folgen, ohne durcheinander zu wirken – mit treffenden Metaphern ihre Gedanken und Gefühle. Man kann also nicht nur Stunden mit dem Buch auf dem Sofa verbringen, sondern es ist auch ideal für Pendler*innen wie mich geeignet, um mit einem Buch, welches einem ein gutes Gefühl gibt und gleichzeitig zum Nachdenken und Hinterfragen anregt, in den Tag zu starten.

Stoff zum Nachdenken

Untamed ist ein vielschichtiges Buch, welches sich mit verschiedensten Aspekten des menschlichen Lebens auseinandersetzt. Es handelt von Suchterkrankungen, Ehebruch, der großen Liebe, Kindererziehung und Mutterschaft, Empowerment, Depressionen, Rassismus, Religion, Gefühlen und vielen anderen Facetten, die das Leben mit sich bringt. Durch die Erzählweise in kurzen Anekdoten ist die Auseinandersetzung mit diesen Themen aber nicht belastend oder schwer, sondern man hat eher das Gefühl, einer alten Bekannten zuzuhören, die einem gute Ratschläge und Gedankenanstöße mitgibt, aber dennoch oft den Finger in die Wunde legt. Doyle ist wie die Freundin, die einem nicht sagt, was man hören will, sondern was man hören muss.

Bestes Geburtstagsgeschenk für …

… jeden. Egal ob für die Eltern, die sich Fragen zu empowernder Kindererziehung stellen, für junge Menschen, die nicht genau wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen, Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und persönlicher Erfüllung oder für Personen, die das Gefühl haben, sie hätten keine Kontrolle über die Gestaltung des eigenen Lebens. Aus diesem Buch kann jede*r etwas mitnehmen!

Happy Hour

Um es der Autorin Glennon gleichzutun, empfehle ich etwas Unalkoholisches – vielleicht eine Tasse heißen Tee.

Zu dieser Lebenslage passt das Buch

Glennon Doyle hat für jede Person – unabhängig von Alter, Geschlecht und persönlicher Situation – eine treffende Story auf Lager, die dazu anregt, die Gesellschaft und das eigene Handeln und Denken zu hinterfragen! Man fühlt sich beim Lesen dazu empowert, auf sich selbst und auf seine eigene Intuition zu hören, aber auch zu hinterfragen, woher bestimmte Gedanken und Einstellungen kommen und ob diese wirklich wünschenswert für einen selbst sind.

A little Bio never killed nobody

Glennon Doyle ist Autorin, Aktivistin, Mutter von 3 Kindern aus erster Ehe und ist seit einigen Jahren mit der Liebe Ihres Lebens Abby Wambach verheiratet. Sie lebt mit ihrer Familie in Florida. Mit der von ihr gegründeten Charity-Organisation „Together Rising“ hat Glennon Doyle bereits weit über 20 Millionen USD für wohltätige Zwecke, wie zum Beispiel die Zusammenführung von Familien an der US-amerikanisch/mexikanischen Grenze, gesammelt. In ihrer Jugend kämpfte Glennon mit einer Essstörung, später mit einer Alkoholsucht, welche sie besiegen konnte, als sie mit ihrer ersten Tochter ungeplant schwanger wurde. Nachdem sie einige Jahre in einer Ehe lebt, in welcher sie regelmäßig von ihrem Ehemann betrogen wurde, lernt die christliche Doyle zufällig Abby Wambach kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Diese neuen Gefühle helfen Doyle dabei, ihr Leben nach ihren eigenen Wünschen zu gestalten und zu sich selbst zu finden.

Dieser Beitrag ist von unserer Gastbloggerin Kira. Das sagt Kira über sich:

Als Kind habe ich immer viel gelesen, jedoch in meiner Jugend und im jungen Erwachsenenalter das Lesen etwas aus den Augen verloren. Was mit einem Neujahrsvorsatz begann, ist nun wieder zu einem richtigen Hobby geworden: Das Lesen – vor allem mit Fokus auf Werke von Autorinnen*, da man Bücher von „alten, weißen Männern“ nun wirklich bereits lang genug zu lesen bekommen hat. Gerade während der Pandemie hat mich mein eBook-Reader – neben dem stundenlangen Zocken von Sims 4 – über Wasser gehalten. Gerade Untamed hat mir noch einmal den Mut verdeutlicht, den es braucht, in unserer Gesellschaft man selbst zu sein und wie wichtig Zusammenhalt – vor allem auch im Hinblick auf die Pandemie – ist.



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